Bild 1: Baby 1971; Bild 2: Hauptmann 2002; Bild 3: Monique Dumont 2002; Bild 4: Monika Donner 2010Biographisches.

An dieser Stelle lasse ich meinen Bruder und Freund Richard zu Wort kommen. Er ist Werbefachmann und weiß, search wie man Menschen ins rechte Licht rückt.

Es ist schwer, Monika Donner zu beschreiben. Es ist ein bisschen so, als müsste man den Satz von Pythagoras ohne Mathematik anwenden. Das liegt daran, dass man Monika Donner nicht mit klassischen Rollenbildern beschreiben kann. Sie kam nämlich 1971 als Junge zur Welt (siehe das erste Bild aus 1971 rechts). Er hüpfte aber früh aus den anerzogenen, erlernten und aufgezwungenen gesellschaftlichen Schubladen. Sie ist kein Mann und keine Frau. Sie ist ein Mensch. Ein Mensch, der als Frau lebt. Und auch das ist eine Beschreibung, die ihr nicht gerecht wird. Sie ist ein Mensch, der seine männlichen und weiblichen Anteile in sich vereint hat.

Das war nicht immer so. Obwohl schon der kleine Naturbursch „Toni“ spürte, dass er irgendwann als Frau im Körper eines Mannes leben wird, könnte man bei seiner Biographie durchaus meinen, es handle sich um eine Mischung aus Django und Vinnie Jones. Untertags rebellischer Schüler, nachts Skinhead, Psycho-Billy und Hooligan, der die Linzer Subkultur aufmischt. Nach der Matura Offizier des Bundesheers, fleißiger Kraftsportler, Motorradfahrer und Weiberheld. Woher er die Zeit nahm, zwischen knackenden Knochen, Ehe und kurzen Affären auch noch das Jura-Studium abzuschließen, bleibt unklar. Das war der „Centurio“ (siehe das zweite Bild aus 2002 rechts).

Seine innere Frau entdeckte er über eine zweite Rolle, die er heimlich am Wochenende auslebte: „Monique Dumont“, die stets perfekt gestylte, weiblich erotische, verführerische, manchmal aber auch unsichere Diva – eine Mischung aus Dolly Parton und Grace Johnes (siehe das dritte Bild aus 2002 rechts). Diese Zeit war bunt, aufregend, aber auch bedrückend, weil er sich verkleidet gefühlt hat und nur wenige Eingeweihte von „Monique Dumont“ wissen durften. Scham engt ein.

Während der Ausbildung zum dipl. Lebens- und Sozialberater verschmolzen die beiden Rollen „Centurio“ und „Monique Dumont“ zu einem androgynen Wesen. Irgendwann beschloss „Toni“ dann, ganz als Frau zu leben, ohne sich jedoch einer geschlechtsanpassenden Operation zu unterziehen, weil er sie als körperliche und seelische Verstümmelung empfunden hätte. Monika Donner war geboren (siehe das vierte Bild aus 2010 rechts). In einem Rechtskampf gegen das österreichische Innenministerium stellte sie 2010 den Operationszwang ab, erkämpfte sich und anderen die rechtliche Anerkennung als Frau samt Namensänderung ohne genitale Veränderung. Was sie beim Verfassungsgerichtshof erreicht hat, hatte Einfluss auf die Rechtsprechung des deutschen Bundesverfassungsgerichts: Seit Anfang 2011 hat der Operationszwang auch in Deutschland ein Ende gefunden.

Heute hilft Monika anderen Menschen, ein selbstbestimmteres, zufriedeneres Leben zu führen. Sie ist aber auch schriftstellerisch und als Juristin im Verteidigungsministerium tätig. Wer das alles ein wenig bizarr findet, ist hier übrigens genau richtig.

Monika hat es also geschafft, ihre persönliche Freiheit zu finden und ihre Kindheitsvision zu leben. Das ist ein Kunststück, über das Monika einen fast 600 Seiten starken Wälzer geschrieben hat. Das schien nötig, denn nur wenige haben den Mut und den Willen, ihren eigenen Weg zu finden, der abseits von gesellschaftlichen Käfigen, Zwängen und Abhängigkeiten liegt.

Danke, lieber Richard! Besser hätte ich es in dieser Kürze nicht beschreiben können 🙂

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